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Presseberichte

FDP ehrte ihren Kreistags-Fraktionsvorsitzenden:

Ein halbes Jahrhundert Liberaler
Prof. Dr. Willi Weiblen mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet

Reutlingen. Der Vorsitzende der liberalen Kreistagsfraktion ist seit einem halben Jahrhundert Freier Demokrat. Dafür zeichnete die FDP Prof. Dr. Willi Weiblen mit der Theodor-Heuss-Medaille in Gold aus. „Das war ständiger Wechsel zwischen Kreuzfahrtschiff und Galeere“, fasste die Kreisvorsitzende Wibke Steinhilber die fünf Jahrzehnte zusammen, „da ging es rauf und runter, mal nach rechts und mal nach links, mal vorwärts und dann wieder zurück. Das war mal hoch auf dem gelben Wagen und mal Yellow Submarine“.

„Zum Liberalismus gibt es keine Alternative“, bestätigte der Geehrte. Man könne politische Probleme nur sachbezogen und wirklichkeitsnah lösen. Als Beispiel nannte er die Flüchtlingskrise. Statt die Realitäten zu sehen, streite die Große Koalition in Berlin. Deutschland brauche ein modernes Einwanderungsrecht und müsse die Errungenschaften der europäischen Einigung offensiv verteidigen. Den meisten Flüchtlingen stehe nur ein zeitlich begrenzter Schutzstatus zu. Für die Flüchtlings-Unterbringung durch Kreis und Kommunen forderte er mehr Hilfen von Land und Bund. „Die Herzen zu öffnen, kann nicht bedeuten, den Kopf zu verlieren“, sagte Willi Weiblen. Kein Verständnis zeigte er für die Hasspredigten bei Pegida und AfD. „Es ist nicht so, dass Politik den Charakter verdirbt“, stellte er fest, „aber schlechte Charaktere können die Politik verderben“.

 

Die FDP-Kreisvorsitzende dankte Willi Weiblen für seinen jahrzehntelangen Einsatz und für das gute Miteinander. Sie wünschte sich „ noch viele gemeinsame Jahre des Einsatzes für Toleranz und Weltoffenheit, für eine Ordnung der sozialen Marktwirtschaft, für die Bürgerechte und den freiheitlichen Rechtsstaat“. Der Realist habe die Politik in Baden-Württemberg entscheidend mitgestaltet und gestalte sie in der Region nach wie vor entscheidend mit. „Er hat diese Kärrner-Arbeit an der Basis immer konsequent gemacht“, bescheinigte ihm Wibke Steinhilber, „sachbezogen, realitätsnah und zielorientiert“.

Der aus einer Handwerker-Familie stammende Willi Weiblen habe sich der liberalen Idee über die Jungdemokraten genähert. Mit ihnen krempelte er in den „wilden“ Jahren von 1968 bis 1972 den bis dahin eher als Honoratioren-Partei organisierten FDP-Ortsverband um. Er diente ihm acht Jahre als stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister und war dann von 1978 bis 1984 Ortsvorsitzender. Bis 1981 leitete er den Kommunalpolitischen Arbeitskreis. Dem Kreisvorstand gehörte er 28 Jahre bis zum Sommer 2013 an. Mit diesem festen Grund unter den Füßen habe Willi Weiblen auf Landes- und Bundesebene kräftig mitgemischt.

1982 gründete Willi Weiblen die Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker mit. Dort war er bis 1988 Schatzmeister und dann bis 1997 baden-württembergischer Landesvorsitzender. In dieser Funktion war er sieben Jahre auch Mitglied des FDP-Landesvorstandes. Den Landesfachausschuss Kommunal-Politik leitete er von 1984 bis 1996, im Bundesfachausschuss wirkte er vier Jahre mit. Seit 1999 ist Prof. Weiblen Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, von 2009 bis 2014 führte er auch die liberale Fraktion in der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Neckar-Alb. Für Julius Vohrer rückte er für ein Jahr auch  in den Reutlinger Gemeinderat nach.

Der Jurist arbeitete von 1977 an arbeitete in der Finanzverwaltung und im Bürgermeisteramt der Landeshauptstadt Stuttgart. Dort wurde er 1982 als Stadtdirektor Leiter der Stadtkämmerei. 1997 berief  die Landesregierung ihn zum Präsidenten des Landesgewerbeamtes. Drei Jahre später wechselte er als Abteilungsleiter ins Wirtschaftsministerium. Dort war er als Ministerialdirigent für die Mittelstandspolitik, die Energiekartell- und Regulierungsbehörde und nach der Zusammenlegung mit dem Finanzministerium Justiziar. Seit dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst arbeitet der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker-Tilli-Roelfs in Stuttgart.

„Aber Willi Weiblen berät nicht nur Unternehmen“, betonte die FDP-Kreisvorsitzende, „er gibt sein Wissen an die junge Generation weiter“. Seit 1985 ist er Dozent und seit 1999 Honorar-Professor. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg lehrt er Finanzwesen und Gesundheitswirtschaft, an der Hochschule Reutlingen Energiewirtschaftsrecht, an den Hochschulen Kehl und Ludwigsburg auch Finanzen und Controlling. Seit 1995 ist er beim Kommunalen Bildungswerk in Berlin Dozent für Beteiligungscontrolling und Public-corporate-governance;  seit 2006 Prüfungsvorsitzender und Staatsbeauftragter an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie für Betriebswirtschaftslehre sowie Prüfungsvorsitzender an der Wirtschaftsprüferkammer. „Fachlich macht ihm keiner was vor“, sagte Wibke Steinhilber, „aber das hängt er nicht an die große Glocke. Als echter Reutlinger ist er vielleicht nicht hälenga reich aber auf alle Fälle hälenga berühmt“.

Bei der Ehrungs-Matinee im Spitalhof verabschiedete die FDP gleichzeitig ihren langjährigen Stadtrat Dr. Carl-Gustav Kalbfell, der jetzt Bürgermeister in Leinfelden-Echterdingen ist. Hagen Kluck bekannte, dass ihn die liberale Gemeinderatsfraktion mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ziehen lassen. „Weinend deshalb, weil er unser Profil vor allem im Kultur- und Sozialbereich geschärft hat. Lachend, weil er das so gut gemacht hat, dass die Kolleginnen und Kollegen aus LE ihn genau für diesen Bereich abgeworben haben“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Mit Carl-Gustav Kalbfell hat auch dessen Ehefrau Camila Romanato Reutlingen verlassen. Sie hatte sich stark im Ortsvorstand der Reutlinger FDP engagiert. „Wir wissen, was wir an Euch beiden hatten“, bekannte Hagen Kluck, „und wir hoffen auf ein kommunalpolitisches Wiedersehen!“

 

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