Presseberichte

Liberaler Aschermittwoch in Wannweil:

„… dann sind die Bürger angeschmiert“
Freie Liste und Freie Demokraten teilten im Bahnhof wieder kräftig aus

Wannweil. Dass Politik auch Spaß machen kann, bewiesen die Liberalen wieder mit ihrem politischen Aschermittwoch in Wannweil. In der Bahnhofsgaststätte wurde kräftig vom Leder gezogen, aber auch viel gesungen und geschunkelt. Dafür sorgten Berthold Grauer aus Kusterdingen und sein Akkordeon. Immer wieder ertönte es vielstimmig: „Da sind wir dabei, das ist prima – Viva Wannweilia“. Nachdenkliche Töne fehlten auch nicht. Immer wieder wurde die Sorge um den Fortbestand einer freiheitlichen Gesellschaft im vereinten Europa laut.

„Wenn einer nur allein regiert, dann sind die Bürger angeschmiert“, reimte FL-Gemeinderat Helmut Bader in seinem Fastnachtsgedicht. Er lobte die Super-Stimmung im wieder voll besetzten Saal, die leider nicht überall so gut sei: „Da draußen wird nicht viel gelacht, weil uns so vieles Kummer macht.
Herr Trump, der twittert wie verrückt, Herr Putin bringt uns auch kein Glück. Die Briten kehren uns den Rücken, Herr Erdogan hat viele Tücken. Frau Le Pen will Frankreich haben, ich seh‘ so viele schwarze Raben. Auch wenn das manche noch nicht glauben: Die wollen uns die Freiheit rauben!“

 

Aber auch die Kommunalpolitik kam nicht zu kurz. Bader ging auf die Verkehrsberuhigungspläne für die Gustav-Werner-Straße und die Debatten um eine Spielhalle ein. Lob zollte er dem örtlichen Gewerbe und den vielen ehrenamtlich Tätigen. „Demokratie ist manchmal schwer, doch sie hilft den Bürgern sehr“, war sein Fazit, „man streitet um die richt’gen Wege,  in Reutlingen auch über Stege“. Aber um den Fortbestand der demokratischen Auseinandersetzung machte er sich auch Sorgen: „Doch kriegt die AfD das Sagen, könnt‘ ich sowas nicht mehr wagen“.

Die FDP-Kreisvorsitzende Wibke Steinhilber ging mit den Regierungen in Land und Bund ins Gericht: „Grün-Schwarz im Land, Schwarz-Rot im Bund – das ist auf Dauer ungesund! Und fällt es manchen noch so schwer: Die FDP muss wieder her!“ Sie wunderte sich, dass die Grünen in Baden-Württemberg dem Sinkflug auf Bundesebene bislang trotzten. Dabei bekleckere sich die Regierung Kretschmann/Strobl keineswegs mit Ruhm. Am Reiterstandbild des württembergischen Königs vorm Neuen Schloss in Stuttgart habe sie ein Transparent mit der Aufschrift entdeckt: "Lieber Wilhelm, steig hernieder, regiere deine Schwaben wieder. Lass in diesen schweren Zeiten lieber Winfried Kretschmann reiten!"

Bundestagskandidat Pascal Kober griff den Viva-Wannweilia-Song auf. Nach der Bundestagswahl könnten die Freien Demkraten hoffentlich wieder mit Fug und Recht sagen: „Da sind wir dabei“. In der Bundespolitik merke man das Fehlen der FDP schmerzlich. Schließlich sei sie die einzige Partei, die noch konsequent für die soziale Marktwirtschaft eintrete. Kober erhofft sich gerade in Wannweil ein Spitzenergebnis für die Liberalen. Die FDP war hier bei der letzten Bundestagswahl 2013 von über 21 auf 7,4 Prozent abgestürzt.

FDP-Kreisrat Hagen Kluck setzte sich mit den Zukunftsängsten vieler Bürgerinnen und Bürger auseinander. Die würden von Rechts- und Linkspopulisten geschürt und hätten überhaupt keine reale Grundlage. Die Sorge vor einer Islamisierung Deutschland sei genauso Quatsch wie die vor einer Überfremdung. Gerade die Region Reutlingen profitiere vom freien Handel und vom gemeinsamen europäischen Markt. Man dürfe auch nie vergessen, dass die EU dem Kontinent die längste Friedensperiode aller Zeiten gebracht habe. Er habe genug „vom schwarzen Verschleppen, vom roten Versteuern, vom grünen Verbieten, vom linken Verstaatlichen und vom braunen Verunglimpfen“.  Auch in manchmal schwierigen Zeiten bleibe er der Mahnung des liberalen Bundespräsidenten Theodor Heuss treu: „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“.